Große Drüsenameise
Lateinische Bezeichnung: Tapinoma magnum
Größe: 2-4 mm
Farbe: schwarz bis dunkelbraun, glänzend
Herkunft: Mittelmeerraum
Schaden
Die große Drüsenameise (Tapinoma magnum) ist eine invasive Art aus dem Mittelmeerraum, die sich zunehmend in Nord- und Westeuropa ausbreitet. Problematisch ist vor allem ihre Fähigkeit, riesige, zusammenhängende Superkolonien mit hunderten Königinnen und Millionen Arbeiterinnen zu bilden, die sich über mehrere Hektar erstrecken und sich regional rasch weiterverbreiten. Durch diese enorme Individuenzahl und die großflächige Ausbreitung wird Tapinoma magnum sowohl für Gebäude und Außenanlagen als auch für die heimische Tier- und Pflanzenwelt schnell zu einem ernsten Problem.
Verdrängung heimischer Arten
Ein wesentlicher ökologischer Aspekt ist die starke Verdrängung ansässiger Ameisen und anderer Insekten. In besiedelten Gebieten drängt Tapinoma magnum vorhandene Arten rasch zurück und verändert dadurch die Zusammensetzung der heimischen Insektenwelt.
Schäden an Wegen und Gebäuden
Beim Anlegen ihrer Nester bewegen die Ameisen große Mengen Erde. Dadurch entstehen Hohlräume unter Pflastersteinen, Gehwegen, Terrassen und Gartenmauern, wodurch die betroffenen Flächen absacken und Bauwerke destabilisiert werden.
Auf der Suche nach Nahrung und geeigneten Nistplätzen dringen die Ameisen zudem massenhaft in Gebäude ein und besiedeln dort nicht nur Leeräume sondern auch Kabelkanäle und Elektrokästen. Die Folge sind nicht selten Kurzschlüsse sowie Ausfälle der Strom- und Internetversorgung.
Auswirkungen auf Pflanzen
Wie viele andere Ameisenarten pflegt auch die große Drüsenameise eine enge Beziehung zu Blattläusen: Sie schützt und „melkt“ diese intensiv, um ihren Honigtau als Nahrungsquelle zu nutzen. Dadurch begünstigt sie den Befall von Nutz- und Zierpflanzen mit diesen Pflanzenschädlingen erheblich.
Beim Anlegen ihrer ausgedehnten Hohlräume untergräbt sie außerdem die Wurzeln der betroffenen Pflanzen.
Einschränkung der Lebensqualität
Wegen der gewaltigen Anzahl an Tieren in Gärten, auf Terrassen und im Haus stellt ein Befall für Anwohner häufig eine erhebliche Belastung im Alltag dar.
Aussehen
Die Arbeiterinnen von Tapinoma magnum sind etwa 2 bis 4 Millimeter groß und besitzen einen schlanken, überwiegend schwarz glänzenden Körper. Aufgrund ihres unscheinbaren Aussehens wird die Art leicht mit heimischen Ameisenarten verwechselt.
Charakteristisch ist zudem ihr Geruch: Wird eine Ameise tödlich verletzt, etwa durch Quetschen, ist ein ranziger, käseähnlicher Geruch wahrnehmbar, der auf die freigesetzten Stoffe Butter- und Isovaleriensäure zurückgeht. Bei Bedrohung beißen die Arbeiterinnen gerne zu – für Menschen zwar ungefährlich, aber durchaus spürbar.
Vorkommen und Lebensweise
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art bevorzugt warme, geschützte Standorte die tagsüber viel Sonne abbekommen; für ihre Nester bevorzugt die große Drüsenameise einen sandigen Untergrund. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit erlaubt es ihr, sich auch in anderen Regionen zu etablieren und dort geeignete Lebensräume zu besiedeln.
Eine Winterruhe wie heimische Ameisenarten legt sie dabei nicht ein – auch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und kurzen Kälteperioden bleibt sie unterwegs, mitunter noch im Dezember.
Kennzeichnend ist ihre Fähigkeit zur Bildung sogenannter Superkolonien: Zahlreiche Teilnester sind dabei miteinander verbunden, ihre Bewohner erkennen sich gegenseitig und bekämpfen sich nicht – so breitet sich die Population großflächig aus.
Eine solche Kolonie besteht aus einer sehr großen Zahl von Arbeiterinnen und zahlreichen Königinnen, die sich über ein weit verzweigtes Nestsystem verteilen.
Bekämpfung
Diese enorme Individuenzahl und die weite Ausdehnung der Nester machen die Bekämpfung deutlich anspruchsvoller als bei einem gewöhnlichen Ameisenbefall.
Aus diesem Grund ist es bei der Tapinoma magnum auch nicht ausreichend, nur einzelne, oberirdisch sichtbare Bauten zu behandeln.
Da sich ihre Nestanlagen bis zu einem Meter tief im Boden befinden, stößt die von Städten und Kommunen häufig eingesetzte Heißwasser- oder Schaummethode gerade bei großflächigen Befällen an ihre Grenzen: Tieferliegende Nestbereiche werden dabei nicht zuverlässig erreicht, eine vollständige Tilgung ist so nicht möglich.
Für eine erfolgreiche Beseitigung ist deshalb eine möglichst flächendeckende Erfassung und Behandlung des gesamten Befallsbereichs entscheidend. Wir setzen dafür eine Kombination verschiedener Verfahren ein, die wir individuell an die Gegebenheiten vor Ort anpassen – mit dem Ziel, die vorhandenen Koloniestrukturen nicht nur oberflächlich, sondern möglichst umfassend zu bekämpfen.